Island-Trip im Juni (+ vegane Food-Tipps)

Ende Juni ging es für meinen Freund und mich für 5 Tage nach Island.
Nach meiner Rückkehr fragten natürlich alle, wie es war… Ich muss jedoch ehrlich gestehen, dass ich noch immer keine befriedigende Antwort darauf parat habe, die all die Eindrücke und Momente entsprechend widerspiegeln kann, die wir dort erlebt haben. Das Island, das wir gesehen haben, war auf der einen Seite überwältigend, faszinierend und wunderschön. Auf der anderen Seite aber manchmal auch etwas fragwürdig, unverständlich und irgendwie nicht greifbar.

Vielleicht soll Island aber genau so sein…ein wenig unnahbar und mysteriös.

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1. Station am Golden Circle: Kratersee Kerið

Islands Natur und Landschaften sind atemberaubend und extrem vielfältig. Meiner Meinung nach ist es völlig begründet, ausschließlich ihretwegen nach Island zu reisen. Von Vulkankratern, Geysiren, Wasserfällen und schneebedeckten Gebirgen bis hin zu Seen, heißen Quellen oder steinigen (Lava-)Wüsten – sich von der Natur satt zu sehen und neue Orte zu entdecken, ist hier eher schwierig bis fast nicht möglich.

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Eine der beeindruckensten Bauten in Reykjavik: die Kirche Hallgrímskirkja
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Vegane Crêpes bei Eldur og Is (Fire & Ice) in Reykjavik

In den ersten beiden Tagen hatten wir eine Airbnb-Unterkunft in Reykjavik. Reykjavik selbst lohnt sich in jedem Fall für einen Stadtbummel in der Innenstadt, zum Verweilen in netten Cafés, Buchläden und auch für einen Spaziergang zum und am Hafen. Der Großteil der Stadt ist aber nicht wirklich spannend (und leider auch optisch nicht die Sensation) – ein Tag Aufenthalt hat uns vollkommen gereicht. Dafür ist die Lage recht vorteilhaft: in ca. 1 Stunde kommt man mit dem Auto zu den vielen Hotspots am Golden Circle, eine der beliebtesten, wenn nicht sogar DIE Reiseroute im Südwesten Islands. Da wir nur einen Tag eingeplant hatten, beschränkten wir unsere Route auf genau 3 Spots: den Vulkankrater Kerið, den Geysir Strokkur (mein Highlight auf der Route) und den imposanten Wasserfall Gullfoss.

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Am 3. Tag ging es für uns über die Ringstraße 1 ca. 380km Richtung Norden in die zweitgrößte Stadt Islands, Akureyri. Zwischenzeitlich waren wir etwas besorgt, dass unser Mietwagen den rauhen Wetterbedingungen nicht wirklich standhalten kann. Ich kann nur jedem empfehlen, der sich in Island ein Auto mietet und lange Touren vorhat – lasst euch kein zu kleines (amerikanisches) Fahrzeug aufschwatzen. Es nicht nämlich nicht nur so, dass man gegen den extremen Wind anlenken muss, man wird hin und wieder auch mal von einer Steigung überrascht, die unser Kleinwagen nur mit Mühe und Not überwinden konnte. Wenn dann noch Starkregen einsetzt, wird es richtig spaßig…nicht!!!

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Unser Mietwagen – hat den Trip erst richtig aufregend werden lassen 😉

Je näher man der Nordküste kommt, umso schöner und grüner wird das Land um einen herum. Teilweise erinnerten mich manche Land- und Gebirgszüge fast ein bisschen an die Landschaft Südtirols. Mit dem kleinen Unterschied, dass der Wald so gut wie gänzlich fehlt. Unterwegs auf der Ringstraße sieht man links und rechts fast alle 2 Minuten Herden von Islandpferden und Schafen umhergrasen (ich habe sie nicht gezählt, tippe aber mal, dass ich in meinem ganzen Leben nicht mehr sooo viele an einem Tag sehen werde!) An dieser Stelle sollte nun eigentlich ein Tierfoto kommen – nunja, die Schafe hatten leider andere Pläne. Flüchten.

Mit Akureyri sind wir sofort warm geworden. Es gibt hier viele schöne Straßen, gepflegte historische Häuser, kreative Vorgärten und einen sehenswerten Botanischen Garten. Gut & günstig übernachten kann man im Acco Guesthouse, das nicht zentraler liegen könnte. Im angeschlossenen Café im Erdgeschoss, dem Café Berlin, haben wir ein nettes Örtchen zum Kaffetrinken und Frühstücken gefunden. Das vegane Angebot war hier, so wie auch in Reykjavik, deutlich besser als ich erwartet hätte.

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Veganes Frühstück im Café Berlin in Akureyri

Überall in Island findet man an einigen Restaurants & Cafés Aufkleber mit Walmotiv und der Aufschrift: „Meet us, don’t eat us!“. Diese Initiative spricht sich gegen den Walfang in Island aus und fordert besonders Touristen auf, die Wale lieber zu beobachten und sie zu schützen, statt sie zu essen. Leider gibt es in Island nämlich  immer noch Waljäger, die das Fleisch an die Gastronomie verkaufen (seit 2003 ist die Waljagd in Island wieder legal). 40% des Walfleischs von getöteten Walen werden von Touristen (!!!) konsumiert, die sich eine solche „Delikatesse“ nicht entgehen lassen wollen.

Wann immer ihr also in Island seid, esst bitte kein Walfleisch und bucht lieber eine Whale Watching-Tour. Das Erlebnis, einen lebendigen Wal zu im freien Meer zu beobachten, ist um ein Vielfaches großartiger. Ein Moment, den man sein ganzes Leben nicht mehr vergisst <3

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Aufkleber der Anti-Walfleisch-Kampagne

Die besten Whale Watching-Touren kann man in Húsavík machen. Wir hatten die Tickets dafür schon Wochen im Voraus online gebucht, denn gerade im Juni sind die Beobachtungschancen an der Nordküste am Größten (und mitunter auch der Andrang an Touristen). Bevor es losging, haben wir uns aber noch das Wal-Museum angesehen und waren froh, sozusagen erst durch die Theorie geführt zu werden, bevor es aufs Boot ging. Das absolute Highlight im Museum ist das Skelett eines etwa 25m langen Blauwals, der 2010 an der Westküste Islands strandete. Wenn man davor steht, fühlt man sich wirklich sehr sehr klein…

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Blick vom Meer auf den Hafenort Húsavík

Die Whale Watching-Tour dauerte etwa 3 Stunden. Wir hatten Glück und wurden bei unserer Ankunft einer anderen Tour zugeordnet, die sich sogar als etwas besser herausstellte, da bei dieser Tour auch der Felsen der Puffins (Papageientaucher) abgefahren wurde. Auf dem Boot gab es ein kurzes Briefing und obendrein die kuscheligsten Wind- und Wetter-Anzüge, die man sich vorstellen kann (auch wenn wir uns darin kaum bewegen konnten) 😉

Fotos der Wale sind aufgrund der Entfernung und des starken Wellenganges leider keine blogfähigen entstanden, aaaber auf Instagram sind ein paar Wal-Videos im Story-Ordner „Iceland“ gespeichert – schaut da gern mal rein.

Ich habe mich Wochen vorher schon übermäßig auf die Wal-Tour gefreut und letztendlich war es eine unglaublich tolle Erfahrung, den Tieren so nah zu sein. Die Gefahr, ins Wal-Fieber zu kommen, ist walscheinlich, ….äh wahrscheinlich nicht so gering. Seitdem wir von Island zurück sind, checke ich schon die nächsten Whale Watching-Spots in Europa aus.


VEGANE FOODSPOTS IN ISLAND

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Café Berlin in Akureyri

Wie oben schon erwähnt, hätte ich nicht erwartet, dass man als vegan lebender Mensch so gut durch Island kommt. Selbst an Tankstellen mitten im Nirgendwo haben wir vegane Wraps als Proviant aufgetan. Grundsätzlich ist man in Island am besten & günstigsten unterwegs, wenn man die Möglichkeit hat, selbst zu kochen. Unser Favorit unter den Supermärkten: ICELAND (eine britische Supermarkt-Kette, die es auch nach Island geschafft hat – kein Wunder, bei dem Namen!) Hier gibt es ebenfalls die leckeren veganen Wraps mit Mango-Curry-Creme, Salat und Granatapfelkernen, die wir auch an den meisten Tankstellen gefunden haben. Ansonsten bekommt man das Meiste an Gemüse, Obst und Grundnahrungsmitteln im Supermarkt. Gutes Brot haben wir nicht entdeckt, aber in der Hinsicht sind wir Deutschen ja ohnehin ziemlich verwöhnt. Ein paar Tage ohne Brot geht schon auch mal… .

Wasser braucht man in Island nicht kaufen – das Leitungswasser dort hat eine sehr gute Trinkqualität. Nicht vom schwefeligen Geruch irritieren lassen, ist für eine aktive Vulkaninsel ganz normal (den Geruch werdet ihr auch bei den Geysiren feststellen).

Für Reykjavik und Akureyri habe ich euch eine kleine Liste mit veganen Hotspots zusammengestellt:

REYKJAVIK

  • Glo (ausschließlich vegane Küche)
  • Kaffi Vinyl (erstes rein veganes Café in Island)
  • Jomm (veganes Street Food)
  • Eldur og Is (vegane Crêpes im Angebot)

AKUREYRI

  • Café Berlin (vegane Optionen)
  • Akureyri Backpackers (vegane Optionen)
  • Bláa Kannan (vegane Optionen)
  • Hamborgarafabrikkan (vegane Burger und Salate)

 

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Impression Downtown Reykjavik – selbst im Sommer gehts nicht ohne Pulli 😉

 

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